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Bürgermeister Dr. Henning Scherf gratuliert dem Präsidenten Dr. Sam Nujoma im Stadion von Windhoek am Tag der Unabhängigkeit der Republik Namibia, dem 21. März 1990

Seit 1975 besteht eine Kooperation zwischen der Freien Hansestadt Bremen und Namibia. Basierend auf einer starken Anti-Apartheids-Bewegung in den 80er Jahren in Bremen wurde zunächst die namibische Freiheitsbewegung und die SWAPO unterstützt. Nach Erlangung der Unabhängigkeit Namibias im Jahr 1990 bezogen sich viele Projekte auf die Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit wie z.B. in Bildungsprojekten zur Neugestaltung von Schulbüchern und die Unterstützung beim Aufbau eines demokratischen Rechtssystems. Ein wichtiges Projekt ist bis heute die Verschriftlichung von Gewohnheits- und Stammesrecht der verschiedenen Ethnien zur Berücksichtigung im demokratischen Rechtssystem Namibias (Customary Law Ascertainment).

Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung über kulturelle Zusammenarbeit mit Namibia am 25. Mai 1990 durch den Minister für Erziehung, Kultur und Sport der Republik Namibia, Nahas Angula, und Bürgermeister Dr. Henning Scherf im Bremer Rathaus

Die rechtlichen Vereinbarungen, auf denen die Zusammenarbeit mit Namibia und Windhoek basiert, sind eine „Gemeinsame Erklärung über kulturelle Zusammenarbeit mit Namibia“ aus dem Jahre 1990 sowie eine Vereinbarung im Rahmen der Lokalen Agenda 21, Charters Project über nachhaltige Stadtentwicklung in Windhoek und Bremen aus dem Jahr 2000. Projekte in den Bereichen Jugend- und Kulturaustausch, Tourismusförderung, Förderung von Kleinunternehmen, Frauenförderung und Stadtplanung wurden initiiert, unter anderem die Fassadengestaltung von Schulen, die Einrichtung einer Bibliothek und der Bau einer dezentralen Abwasserreinigungsanlage unterstützten das Ziel der nachhaltigen Entwicklung.

Gegenwärtig ist der Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit Windhoek im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz. Die beiden Städte sind gemeinsam am Aufbau einer Entwicklungspartnerschaft für Klima- und Ressourcenschutz beteiligt. In diesem Rahmen wird ein Projekt umgesetzt zur Lösung der Umweltproblematik von Auto-Kleinstwerkstätten im Township Katutura. Einerseits stellen diese eine wichtige Möglichkeit für die Erwirtschaftung von Einkommen dar, auf der anderen Seite verursachen die illegale Entsorgung von Altöl und Lösungsmitteln eine Verschmutzung des Oberflächenwassers und es ergeben sich negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner in den Townships.

Weiterhin führen verschiedene zivilgesellschaftliche Bremer Akteure wie beispielsweise das Bremer Afrika Archiv, Praktische Solidarität International und Naturfreunde Deutschlands - Landesverband Bremen Projektmaßnahmen in Namibia und Windhoek durch und tragen zum kontinuierlichen Austausch bei.