Sie sind hier:

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger

1. Bremer Solidaritätspreis 1988: Winnie und Nelson Mandela

Frau Irene Mkwaye

„Der Rassismus in Südafrika und die damit verbundenen schweren Menschenrechtsverletzungen sind im Lande Bremen schon lange ein politisches Thema. Es waren und sind vor allem kleine engagierte Gruppen, (…) die immer wieder auf die Unrechtsverhältnisse im südlichen Afrika hinweisen und auf konkretes Handeln drängen …
Das Bundesland Bremen weiß sich schon viele Jahre mit zahlreichen Projektpartners und Befreiungsbewegungen in Ländern der sog. Dritten Welt solidarisch verbunden …

Frau Irene Mkwaye und Bürgermeister Klaus Wedemeier

Wenn wir, die reichen Länder des Nordens, nicht rasch und entschieden auf eine drastische weltpolitische Umkehr drängen, dann sind Worte wie Humanität, Kultur und Zivilisation Blendwerk und Lüge …
Nelson und Winnie Mandela erhalten diesen Preis für ihren Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit, dem sie ihr Leben unterordnen. Wir ehren sie stellvertretend für all jene, die nicht nachlassen, der Menschenwürde und den Menschenrechten im südlichen Afrika zum Durchbruch zu verhelfen …“

(Aus der Rede von Bürgermeister Klaus Wedemeier am 24.2.1988)

Die Fotos zeigen Frau Irene Mkwaye, Vizepräsidentin der "Prisoners and Exprisoners Association", die den Solidaritätspreis 1988 für Winnie und Nelson Mandela in Empfang genommen hat, mit Herrn Bürgermeister Klaus Wedemeier.

Dokumentation zur 1. Preisverleihung (pdf, 6.2 MB)

2. Bremer Solidaritätspreis 1990: Bischof Medardo E. Gómez und CRIPDES, El Salvador

Bischof Gómez und Bürgermeister Dr. Henning Scherf

„Wir verleihen den Bremer Solidaritätspreis den Kämpfern für das Leben an Bischof Gómez und CRIPDES, dem Christlichen Komitée für die Kriegsvertriebenen von El Salvador, in dem Wissen, dass sie uns durch ihr Leben und ihr Wirken die Chance geben, uns zu besinnen…
Von den Menschen lernen Wir, welche Bedeutung Menschlichkeit und Solidarität für das Zusammenleben haben. Wir können lernen, dass es einen höheren Lebenssinn als den Konsum gibt, dass das menschliche Mit- und Füreinander die Voraussetzung für ein geglücktes Leben sind. Wir können lernen, dass nur im solidarischen Zusammenstehen die Bedrängnisse der Gegenwart zu meistern sind…”

(Aus der Rede von Bürgermeister Klaus Wedemeier am 13.5.1990)

Frau Tomasa de Jesús Ruiz und Bürgermeister Klaus Wedemeier

„Wir klagen die täglichen Verletzungen der Menschenrechte gegenüber den Bauern und der Bevölkerung im allgemeinen an und kämpfen als Vertriebene für einen Frieden durch eine politische Lösung, die zu Errichtung einer wahren Demokratie mit sozialer Gerechtigkeit für unser gesamtes Volk zu verhandeln ist.
Die Vereidigung dieser Ziele hat uns seitens der Regierung und der Streitkräfte schwere Anschuldigungen und Repressalien eingebracht, durch die unsere Organisation zerschlagen werden sollte, damit die Bevölkerung, die wir vertreten und für die wir kämpfen, nicht die Einhaltung ihrer Rechte fordert…“

Tomasa de Jesús Ruiz, Vizepräsidentin CRIPDES

Dokumentation zur 2. Preisverleihung (pdf, 7.2 MB)

3. Bremer Solidaritätspreis 1992: Davi Copenawa Yanomami, Brasilien

Davi Copenawa Yanomami und Bürgermeister Klaus Wedemeier

Am 30. April 1992 verlieh der Senat den 3. Bremer Solidaritätspreis an Davi Copenawa Yanomami aus Brasilien. Davi Copenawa Yanomami ist der indianische Führer seines Volkes, der sich seit Jahren für sein - insbesondere durch Goldsucher - bedrohtes Volk und für die Erhaltung der Umwelt einsetzt. Die Yanomami zählen zur Zeit etwa 8000 Indianer. Sie leben in noch sehr ursprünglicher Form im Amazonas-Becken an der Grenze zu Venezuela.

Davi Copenawa Yanomami

Davi Copenawa Yanomami nennt als die wichtigsten Forderungen der Indianer Südamerikas:

Die 500 Jahre sollten nicht mit einem Fest gefeiert werden.

Bei dieser Gelegenheit sollte man die eingeborenen Völker vielmehr um Verzeihung bitten für das, was geschah.

Die Kirche solle viel entschiedener für die Wiedererlangung all dessen kämpfen, was den Indianern geraubt wurde: Land, gesellschaftliche Strukturen, Freiheit, Kultur.

Auf internationaler Ebene muß gegen die Gewalt protestiert werden, die man uns angetan hat. Unseren Völkern soll geholfen werden, ihr historisches Bewußtsein wiederzuerlangen.

Unsere Widerstandskraft soll gestärkt werden, die sich aus dem Glauben nährt, den unsere Ahnen uns vererbt haben.

Dokumentation zur 3. Preisverleihung (pdf, 5.5 MB)

4. Bremer Solidaritätspreis 1993: Aung San Suu Kyi, Myanmar/Birma

Kim Aris, Sohn der Preisträgerin und Bürgermeister Klaus Wedemeier

Für ihren gewaltlosen Kampf an der Spitze der Demokratiebewegung ihres Landes wurde Frau Aung San Suu Kyi aus Myanmar / Birma am 10. Dezember 1993 im Bremer Rathaus der Bremer Solidaritätspreis übergeben. Der Senat der Freien Hansestadt würdigte damit den Mut und die Entschlossenheit der weithin bekannten Oppositionspolitikerin.

Aung San Suu Kyi

Mit der Preisträgerin Aung San Suu Kyi verbinden sich die politischen Hoffnungen der Menschen Birmas. Sie fordert Demokratie und Menschenrechte von der Militärregierung Birmas, die das Land und die Menschen seit drei Jahrzehnten ausbeutet. Aung San Suu Kyi, die in Neu-Delhi politische Wissenschaften studierte, lebte seit 1974 mit ihrem britischen Ehemann in England. 1988, als bei Demonstrationen für eine Demokratisierung Birmas Tausende vom Militär getötet und Zehntausende festgenommen wurden, kehrte sie in ihr Land zurück. Schnell wurde sie die bekannteste Oppositionspolitikerin und Führerin der Demokratiebewegung. Schon nach einem Jahr auf der politischen Bühne wurde sie von der Militärregierung unter verschärften Hausarrest gestellt, der erst im Juli 1995 wieder aufgehoben wurde. Die ihr von der Junta eingeräumte Möglichkeit, das Land zu verlassen, hat sie nie in Erwägung gezogen.
1991 wurde Aung San Suu Kyi der Friedensnobelpreis verliehen.

Dokumentation zur 4. Preisverleihung (pdf, 1.7 MB)

5. Bremer Solidaritätspreis 1996: HAN Dong-Fang, China

HAN Dong-Fang und Bürgermeister Dr. Henning Scherf

Der 5. Bremer Solidaritätspreis wurde am 2. Februar 1996 in einer öffentlichen Veranstaltung im Bremer Rathaus dem Gewerkschafter Han Dong-Fang aus der Volksrepublik China verliehen.

HAN Dong-Fang

Der Eisenbahner Han Dong-Fang gehörte 1989 zu den Mitbegründern der ersten unabhängigen Gewerkschaft Chinas, der Autonomen Arbeitervereinigung von Peking (AAV), die den Forderungen der Studentenbewegung nach mehr Demokratie und Bekämpfung der Korruption in staatlichen Stellen unterstützte.
Im Sommer 1989 wurde der Studentenprotest auf dem Tiananmen-Platz blutig niedergeschlagen, die AAV als konterrevolutionär eingestuft und verboten und Han Dong-Fang von den Behörden festgenommen. Zwei Jahre war er inhaftiert, ohne dass gegen ihn Anklage erhoben wurde, danach wurde er aus gesundheitlichen Gründen freigelassen - die katastrophalen Haftbedingungen hatten zu einer Tuberkuloseinfektion geführt.
Nach seiner Entlassung 1991 engagierte sich Han Dong-Fang weiter für das Recht auf Bildung unabhängiger Gewerkschaften. Als er nach einer medizinischen Behandlung in den USA 1993 wieder nach China zurückkehren wollte, wurde ihm die Einreise verweigert. Seitdem lebt er in Hongkong.
Der Bremer Solidaritätspreis wird Han Dong-Fang als Anerkennung seines Einsatzes für Demokratie, Arbeiter- und Menschenrechte verliehen. Er wird damit auch stellvertretend für viele andere geehrt, die wegen ihres Engagements in China verfolgt oder ins Exil gezwungen werden.

Dokumentation zur 5. Preisverleihung (pdf, 1.1 MB)

6. Bremer Solidaritätspreis 1998: „Reassemblement, Actions, Jeunesse“, „Da Bindu Collective“ und „Aktion Courage e.V. - SOS Rassismus“

Brigitte Erler, Dr. Henning Scherf , Nadjet Bouda, und Hetti Samanmalie

„Reassemblement, Actions, Jeunesse“

Die algerische Jugend- und Menschenrechtsbewegung „Reassemblement, Actions, Jeunesse - RAJ“ engagiert sich seit 1993 für Frieden und Verständigung in dem von brutaler Gewalt und religiösem Fundamentalismus zerrissenen nordafrikanischen Land.
Unzählige Menschen wurden bereits Opfer der Konflikte zwischen Opposition und Regierung, verfeindeten islamischen Gruppen, Dörfern, Clans und Familien. Der Alltag der Algerier ist von der ständigen Angst geplagt, auf grausame Art sterben zu müssen.
RAJ gründete sich, um Jugendlichen einer Alternative zur Gewalt zu geben: hier arbeiten junge Männer und Frauen zusammen, die eine völlig unterschiedlichen sozialen Hintergrund haben. Insbesondere die Frauen von RAJ setzen sich unter Gefahr für ihr eigenes Leben mit beispielhaften Aktionen für Frieden und Verständigung ein.
Für RAJ wird deren Präsidentin Nadjet Bouda den Bremer Solidaritätspreis entgegennehmen. Frau Bouda studiert Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der Universität Algier.

„Da Bindu Collective“

Im „Da Bindu Collective“ organisieren und engagieren sich Frauen gegen die Folgen ökonomischer Globalisierung. Das „Da Bindu Collective“ unterstützt Näherinnen, die in den sogenannten Freihandelszonen Sri Lankas unter den unmenschlichen Arbeitsbedingungen in der Kleidungsindustrie zu leiden haben: Gewerkschaftsverbot; eine Sieben-Tage-Woche mit 13 Stunden pro Tag und Bezahlung unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns sind keine Seltenheit.
Seit 1984 berät das kollektiv Frauen in Fragen von Ernährung, Gesundheit und der Wahrnehmung ihrer Rechte. Die Arbeiterinnen werden ermutigt und dabei unterstützt, sexuelle Belästigungen anzuzeigen und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Die Initiative setzt dabei auch auf die Solidarität aus den Ländern, in denen die Kleidung verkauft wird. So soll durch eine Kooperation mit der europäischen „Clean Clothes Campaign“ ein Gütesiegel eingeführt werden, das die Einhaltung vernünftiger Arbeitsbedingungen garantiert.
Ihr Partner hier ist die Evangelische Frauenarbeit in Deutschland e.V.
Frau Hetti Arachchi Indra Samanmalie wird den Preis für das „Da Bindu Collective“ entgegennehmen.

„Aktion Courage e.V. - SOS Rassismus“

„Aktion Courage e.V. - SOS Rassismus“ ist ein Zusammenschluss von insgesamt 60
Bürgerinitiativen und Einzelpersonen aus der ganzen Bundesrepublik und engagiert sich seit 1992 gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt und für die Integration von Ausländern und Ausländerinnen.
Mit vielfältigen Aktivitäten will die Initiative auf alltäglichen Rassismus und die Verletzung von Menschenrechten vor der eigenen Haustür aufmerksam machen. In dem Projekt „Schule ohne Rassismus“, setzen sich Jugendliche mit Fremdenfeindlichkeit in ihrer unmittelbaren Umgebung auseinander.

Das Foto oben zeigt (v.r.n.l.) Frau Hetti Samanmalie (Da Bindu Collective), Frau Nadjet Bouda (Rassemblement, Actions, Jeunesse - RAJ), Bürgermeister Dr. Henning Scherf sowie Frau Brigitte Erler (Aktion Courage e. V. - SOS Rassismus) bei der Preisverleihung.

Dokumentation zur 6. Preisverleihung (pdf, 1.8 MB)

7. Bremer Solidaritätspreis 2001: Marguerite Barankitse und Melanie Ntahongendera

Frau Melanie Nthahongendera, Bürgermeister Dr. Henning Scherf und Frau Marguerite Barankitse

Am 26. Februar 2001 verlieh der Senat den 7. Bremer Solidaritätspreis an Marguerite Barankitse, eine burundische Tutsi, und Melanie Ntahongendera, eine ruandische Hutu, die gemeinsam ein Waisenhaus für Kinder leiten, die ihre Eltern in den Massakern verloren haben.

Frau Marguerite Barankitse

Die Kindergärtnerin Marguerite Barankitse eröffnete im Oktober 1993 das ethnisch gemischte Waisenhaus „La Maison Shalom“ in Ruyigi, Burundi, mit 25 Tutsi- und Hutu-Kindern, nachdem sie Augenzeugin der Ermordung der Eltern dieser Kinder geworden war.

Frau Melanie Ntahongendera

1997 musste Melanie Ntahongendera den Tod ihrer Familie in den Massakern mitansehen. Nach langer, oft lebensbedrohlicher Flucht kehrte sie 1997 in ihren Geburtstort Ruyigi zurück und wurde Lehrerin im Maison Shalom.

Die beiden Frauen müssen das Waisenhaus immer wieder gegen Versuche einflussreicher Tutsi-Kreise verteidigen, das Haus zu schließen und den Versöhnungsprozess zwischen den beiden ethnischen Gruppen zu zerstören.

In einer Region, die von Hass, Verbitterung und Rache geprägt ist, sind die beiden Frauen und „La Maison Shalom“, das mittlerweile mehrere hundert Kinder beherbergt, zu einem Begriff für Frieden und Verständigung und zu einem leuchtenden Beispiel für die Möglichkeit der Versöhnung geworden.

Dokumentation zur 7. Preisverleihung (pdf, 1.7 MB)

8. Bremer Solidaritätspreis 2003: Dr. Sumaya Farhat-Naser und Gila Svirsky

Bürgermeister Dr. Henning Scherf, Frau Dr. Sumaya Farhat-Naser und Frau Gila Svirsky

Der 8. Bremer Solidaritätspreis wurde am 22. Januar 2003 im Bremer Rathaus in einer öffentlichen Veranstaltung an die Palästinenserin Dr. Sumaya Farhat-Naser und die Israelin Gila Svirsky verliehen.

Dr. Sumaya Farhat-Naser

Die beiden Frauen setzen sich seit Jahren gemeinsam für den Dialog und Frieden im Nahost-Konflikt ein. Sumaya Farhat-Naser ist Mitbegründerin und Leiterin des „Jerusalem Link“, einer Institution, in der palästinensische Frauen des „Jerusalem Center for Women“ und israelische Frauen des „Bat Shalom“ zusammenkommen und in Gesprächsforen lernen, Vorurteile abzubauen, Ängste zu überwinden und Empfindungen zu artikulieren. Seit 1980 engagiert sich Frau Naser für den palästinensisch-israelischen Dialog, die Einhaltung der Menschenrechte und insbesondere die Rechte der Frauen in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft.

Gila Svirsky

Gila Svirsky engagiert sich seit vielen Jahren in verschiedenen israelischen Friedens- und Menschenrechts-Organisationen. Sie ist u.a. Direktorin des „Bat Shalom“, Gründungsmitglied der „Coalition of Women for a Just Peace“, einer Koalition von israelischen und palästinensischen Frauen-Friedensorganisationen, und Vorsitzende von „B’Tselem - The Israeli Information Centre for Human Rights in the Occupation Territory“. Seit 15 Jahren demonstriert sie mit der Gruppe „Women in Black“ gegen die Besatzung der palästinensischen Gebiete.

In ihren Bemühungen um Kommunikation und Frieden erklären die beiden Frauen: „Wir weigern uns Feindinnen zu sein“ und: „Wir pflanzen subversive Friedensgedanken in die Herzen unserer Jugend, bevor die Agenten des Krieges etwas davon bemerkt haben.“

Dokumentation zur 8. Preisverleihung (pdf, 2.1 MB)

9. Bremer Solidaritätspreis 2005: Elsa de Oesterheld und Pastor Kuno Hauck

Bürgermeister Dr. Henning Scherf und Elsa de Oesterheld

Der 9. Bremer Solidaritätspreis wurde am 21.2.2005 im Bremer Rathaus in einer öffentlichen Veranstaltung an Frau Elsa de Oesterheld aus Argentinien und Herrn Pastor Kuno Hauck verliehen. Damit wird ihr besonderes Engagement gegen die Straflosigkeit von staatlicher Willkürherrschaft und Gewalt gewürdigt.

Elsa de Oesterheld

Während der argentinischen Militärdiktatur wurden Gegner des Regimes zu Tausenden verschleppt, gefoltert und getötet. Die ursprünglich aus Bremen stammende Familie de Oesterheld war in besonders schwerer Weise von diesen Repressionen betroffen: acht Familienmitglieder wurden ermordet, darunter auch der Ehemann und alle vier Töchter von Frau de Oesterheld.

Pastor Kuno Hauck

Gemeinsam mit Pastor Kuno Hauck setzt sich Frau de Oesterheld für ein Ende der Straflosigkeit von staatlicher Willkürherrschaft und Gewalt ein. Durch die Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen in Argentinien und Deutschland konnten 1998 erstmals Strafanzeigen gegen die verantwortlichen Militärs beim Bundesgerichtshof gestellt werden; die Aufhebung der Straffreiheitsgesetze wurde durch die argentinische Regierung angekündigt und der ehemalige Staatspräsident General Videla in Auslieferungshaft genommen.

Laudatio Frau Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (pdf, 412.6 KB)

10. Bremer Solidaritätspreis 2006: Ana del Carmen Martinez und Carolina Pardo Jaramillo, Kolumbien

Carolina Pardo Jaramillo, Bürgermeister Jens Böhrnsen, Ana del Carmen Martinez

Der 10. Bremer Solidaritätspreis wurde am 11.12.2006 im Bremer Rathaus an Frau Ana del Carmen Martinez und Frau Carolina Pardo Jaramillo aus Kolumbien verliehen. Mit der Auszeichnung wird ihr besonderes Engagement für Frieden und Gerechtigkeit gewürdigt.

Carolina Pardo Jaramillo, Ana del Carmen Martinez

Mit nahezu vier Millionen Vertriebenen ist Kolumbien, nach dem Sudan und Afghanistan, das Land mit den meisten Binnenflüchtlingen. Oft sind wirtschaftliche und infrastrukturelle Projekte Grund für gewaltsame Vertreibungen. Auch die Gemeinde von Ana del Carmen Martinez am Cacarica-Fluss im Grenzgebiet zu Panama wurde mehrfach Opfer gewaltsamer Vertreibung, wobei 85 Mitglieder ermordet wurden.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Flussgebietes haben sich als Friedensgemeinde organisiert, deren Sprecherin Ana del Carmen Martinez ist. Die afro-kolumbianische Friedensgemeinde hat humanitäre Zonen errichtet, in denen keine Waffen und keine Gewalt geduldet werden. So wehrt sich die Gemeinde gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen und der Umwelt. Unterstützt werden sie durch Carolina Pardo Jaramillo. Die Franziskanerschwester und Psychologin ist eine herausragende Vertreterin der christlichen Menschenrechtsorganisation Justicia y Paz (Gerechtigkeit und Frieden). Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Unterstützung und Beratung von Bauerngemeinschaften, Indigenas und Friedensgemeinden in Kolumbien.

Rede von Bürgermeister Jens Böhrnsen (pdf, 133.2 KB)

Laudatio Dr. Rainer Huhle, Nürnberger Menschenrechtszentrum (pdf, 389.2 KB)

Presseartikel (pdf, 2.6 MB)