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Der Bremer Solidaritätspreis

Skulptur des Bremer Solidaritätspreises
Bremer Solidaritätspreis, eine Skulptur des Bremer Bildhauers Bernd Altenstein

In seiner Sitzung am 10. November 1987 stiftete der Senat der Freien Hansestadt Bremen den Bremer Solidaritätspreis. Er soll eine Ermutigung für Personen und Gruppen sein, die sich in besonderer Weise für die Überwindung von Ungerechtigkeit im Nord-Süd-Verhältnis und der Folgen von Kolonialismus und Rassismus sowie für Demokratie und Menschenrechte einsetzen.

Der Bremer Solidaritätspreis wird seit 1988 alle zwei Jahre vom Senat der Freien Hansestadt Bremen verliehen; die ersten Preisträger waren Nelson und Winnie Mandela. Er besteht aus einem Preisgeld und einer Skulptur des Bremer Künstlers Altenstein, die das Motiv der Bremer Stadtmusikanten als Symbol für die Stärke solidarischen Handelns aufgreift.

Ursprünglich war der Preis mit 5.000 Euro dotiert. Ab Februar 2011 wurde diese Summe erstmals aus den Zinsen der R. + R. Reinke-Stiftung auf 10.000 Euro erhöht: Die private Stiftung wurde von dem Ehepaar Reinke eigens aus deren persönlichem Nachlassvermögen im Falle ihres Todes und nur zu dem Zweck gegründet, das Preisgeld des Bremer Solidaritätspreises künftig auf 10.000 Euro zu verdoppeln.

Bei der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger wird der Senat von einem Kuratorium unterstützt, in dem Mitglieder unterschiedlicher Einrichtungen vertreten sind, die Bezüge zu entwicklungspolitischer Arbeit haben oder sich als Personen des öffentlichen Lebens dafür einsetzen:

(in alphabetischer Reihenfolge)

  • Dr. Bernd Bornhorst, Bischöfliches Hilfswerk Misereor e. V.
  • Bärbel Dieckmann, Deutsche Welthungerhilfe e. V.
  • Annette Düring, Deutscher Gewerkschaftsbund, Region Bremen-Elbe-Weser
  • Prof. Dr. Peter Eigen, Transparency International, HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform
  • Dr. h.c. Cornelia Füllkrug-Weitzel, Brot für die Welt
  • Botschafter a. D. Harald Ganns
  • Gertraud Gauer-Süß, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung
  • Dr. Monika Hauser, medica mondiale e. V.
  • Monika Hoegen, entwicklungspolitische Fachjournalistin und Moderatorin
  • Horst Janus, Bremische Evangelische Kirche
  • Klaus Milke, Germanwatch
  • Prof. em. Dr. phil. Franz Nuscheler, Institut für Entwicklung und Frieden
  • Petra Pinzler, DIE ZEIT
  • Bernd Schleich, Nachhaltigkeitsbeauftragter a. D. der GIZ
  • Michael Windfuhr, Deutsches Institut für Menschenrechte

  • Christian Bruns (Geschäftsführer)
  • Birgitt Rambalski (für die Senatskanzlei)

Um die Arbeit der Preisträger und den Preis selbst in der Bremer Öffentlichkeit bekannter zu machen und die Präsenz der Preisträger in der Stadt optimal zu nutzen, wird die eigentliche Preisverleihung von einem Rahmenprogramm begleitet in Form von öffentlichen Veranstaltungen mit den Preisträgern, Besuche in Schulen sowie Begegnung mit interessierten Initiativen und Einrichtungen in Bremen.

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

  • 1988:

    Nelson und Winnie Mandela (Südafrika)

  • 1990:

    Bischof Medardo E. Gómez und die Flüchtlingsorganisation CRIPDES (El Salvador)

  • 1992:

    Davi Copenawa Yanomami als Interessensvertreter der indigenen Völker des Amazonas-Regenwaldes (Brasilien)

  • 1993:

    Aung San Suu Kyi (Myanmar / Birma)

  • 1996:

    HAN Dong-Fang, Autonome Arbeitervereinigung von Peking -AAV- (China)

  • 1998:

    Nadjet Bouda, Menschenrechtsbewegung „Rassemblement, Actions, Jeunesse - RAJ“ (Algerien)/Hetti Samanmali, Initiative „Da Bindu Collective“ (Sri Lanka) und Brigitte Erler, „Aktion Courage e.V.- SOS Rassismus“ (Deutschland)

  • 2001:

    Marguerite Barankitse (Burundi) und Melanie Ntahongendera (Ruanda) mit dem Waisenhaus „La Maison Shalom“

  • 2003:

    Dr. Sumaya Farhat-Naser (Palästina) Gila Svirsky (Israel) für den Dialog und Frieden im Nahost-Konflikt

  • 2005:

    Elsa de Oesterheld (Argentinien) und Kuno Hauck (Deutschland) für ihr Engagement in der „Koalition gegen Straflosigkeit. Wahrheit und Gerechtigkeit für die deutschen Verschwundenen in Argentinien“

  • 2006:

    Ana del Carmen Martínez, Sprecherin der afro-kolumbianischen Friedensgemeinde (Kolumbien) und Carolina Pardo Jaramillo, Franziskanerschwester (Kolumbien)

  • 2009:

    Immaculée Birhaheka, Gründerin der kongolesischen Organisation zur Förderung und Unterstützung von Fraueninitiativen – PAIF (DR Kongo)

  • 2011:

    Maung Thura, „Zarganar“, Satiriker und Schauspieler, Engagement im Kampf gegen HIV/AIDS, Regierungskritiker (Burma/Myanmar)

  • 2013:

    Aminatou Haidar, Präsidentin der Menschenrechtsorganisation CODESA aus der Westsahara

  • 2015:

    Esther Mujawayo-Keiner, Traumatherapeutin und Mitbegründerin der ruandischen Organisation AVEGA „Vereinigung der Witwen des Völkermords 1994“ (Ruanda / Deutschland)

  • 2017:

    Stella Agara, Aktivistin für weltweite Steuergerechtigkeit und gegen Steuervermeidung, Engagement für Youth Led Development (Kenia)

Weitere Informationen zu den einzelnen Preisträgerinnen und Preisträgern erhalten Sie hier sowie auf der Seite der Senatskanzlei Bremen.